Das Rosettenfenster - Thomaskirche Kempen

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Das Rosettenfenster der Altarwand

Das große Fenster über dem Altarraum ist nicht so alt wie die Thomaskirche selbst. Es stammt aus dem Jahr 1959. Das Originalfenster wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Die schöne Rosette hat der niederländische Künstler Bijvoet in der Werkstadt „de Nobel“ in Haarlem geschaffen.

Die Mitte des Fensters bildet das Christus-Monogramm, die beiden Anfangsbuchstaben des griechischen Wortes CHRISTOS: chi und rho. Das Wort Christus-Christus selbst ist die Mitte.

Von Christus zeugen die vier Evangelisten, die hier sinnbildlich dargestellt werden:
 
Matthäus (oben im inneren Kreis) als geflügelte Menschengestalt, das heißt als Geistesmensch;
 
Lukas (im inneren Kreis rechts) als Stier;

Markus (im inneren Kreis unten) als Löwe;
Johannes (im inneren Kreis links) als Adler.

Diese Sinnbilder sind dem 1. Kapitel Hesekiels und dem 4. Kapitel der Offenbarung entnommen. Auf die Evangelien angewandt hat sie erstmals Irenäus, Bischof von Lyon, im 2. Jahrhundert. Er fand das Matthäus-Evangelium "menschenartig", weil es mit dem menschlichen Stammbaum Jesu beginnt, und gern von Jesus als dem Menschensohn redet.
Das Lukas-Evangelium dagegen fand er priesterlich, weil es mit der Gestalt des Priesters Zacharias anfängt, der Gott Opfer bringt. Der Stier ist also ein Opferstier.
Das Markus-Evangelium, das mit einem Prophetenwort beginnt und in einer urstarken, prophetischen Kürze geschrieben ist, scheint ihm am besten durch den Adler versinnbildlicht, als Symbol des Prophetengeistes.
Für Johannes und seine königliche Sprache mit dem erhabenen Eingang wählte er das Symbol des Löwen.
Später änderte sich in Bezug auf Markus und Johannes die Auffassung: Markus wurde als Löwe wegen seiner markigen Sprache und Johannes als Adler wegen seiner durchgeistigten Reden charakterisiert. So auch in unserem Fenster.

           
Im inneren Kreis sind die vier Elemente Feuer, Luft, Wasser und Erde als Symbol der Schöpfung dargestellt.

Im schmalen Band um den inneren Kreis finden wir Fische als Sinnbilder der Christen.

Der äußere Kreis zeigt oben die Taube als Wahrzeichen der Taufe.

           
Die Gesetzestafeln rechts versinnbildlichen den alten Bund, und die Bibel links mit dem Kreuz ist das Symbol des neuen Bundes. Die Bilder der Sonne und des Mondes mit den Gestirnen meinen, dass alter und neuer Bund dem ganzen All gelten.


Als Symbol des heiligen Abendmahles erkennen wir schließlich Kelch und Brot auf dem äußeren Kreis unten.

Die Trauben rechts und links bedeuten das NEUE Leben.
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