Geistliches Wort - Thomaskirche Kempen

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Glaube & Leben
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Montagsspruch für den Juni:

 
Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen
 
Apg. 5,29

 
 
Das ist ein bekanntes, geflügeltes Wort. Petrus und die anderen Jünger sagen es, als sie vom Hohen Rat die Anweisung erhalten, Jesus und seine Lehre nicht mehr zu erwähnen.
 
 
Wir hören heute diesen Satz heute in einem ganz anderen Zusammenang. Auf der ganzen Welt und in fast allen Religionen ist ein Anwachsen des Fundamentalismus zu beobachten, bis hin zur unmenschlichen Radikalisierung. Die Gefahr von Terroranschlägen schüchtert ganze Gesellschaften ein und verursacht – je nach Temperament – auch im persönlichen Lebensgefühl ein bedrückendes Gefühl der Unsicherheit.

 
„Gott mehr gehorchen als den Menschen“ – das könnte auch zum Freibrief werden, den Austausch mit anderen Menschen zu verweigern und nur noch seiner eigenen Ideologie anzuhängen.
 
 

„Gott mehr gehorchen als den Menschen“ – auf der anderen Seite beinhaltet dieser Satz aber auch ein großes Veränderungs- und Trotzpotential, z.B. wenn man sich aufgrund seines Glaubens weigert, bestimmte Dinge zu tun, die andere von einem verlangen, die aber im Widerspruch zur eigenen Überzeugung stehen. Auch die Erinnerung an die Reformation vor 500 Jahren führt auf dieses Thema. Unser Gewissen ist zuerst und vor allem an Gott gebunden. Deshalb können wir „nein“ sagen oder „ja“, auch wenn wir in unserer Umgebung damit auf Unverständnis stoßen. In diesem Wort liegt eine biblische Begründung der Glaubens- und Gewissensfreiheit, die wir dann aber auch anderen zugestehen müssen.
 
 

Wir werden vor Verirrungen allerdings nur bewahrt, wenn wir die Bindung an Gott zusammen mit dem Liebesgebot Jesu hören und leben. „Gott mehr gehorchen“ – diese Überzeugung entfaltet dann Kraft, Geist und Kreativität, wenn sie mit der Liebe Jesu zusammen gedacht wird. Und das geht dann doch auch nicht so ganz ohne das Hören auf andere Menschen. Wenn wir gemeinsam auf Gott hören, können wir uns korrigieren und uns gegenseitig vor ideologischen Irrwegen bewahren. Im gemeinsamen Suchen nach Gottes Willen ermutigen wir einander, Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen neue Wege zu wagen. So kommen Gottes Liebe und Gerechtigkeit zum Zuge, aller Trägheit und allem menschlichen Misstrauen und Widerspruch zum Trotz!
 

 
Bernd Wehner


zuletzt aktualisiert: 22.06.2017
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