Humbang - Thomaskirche Kempen

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Humbang

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Partnerschaft "Krefeld-Viersen & Humbang"
Krefeld Viersen Humbang
Partnerkirchenkreis ist auf einem guten Weg
 
Besuche im Partnerkirchenkreis Humbang auf Nordsumatra stecken immer voller Überraschungen - diesmal stieß unsere kleine Abordnung des Partnerschaftskomitees, Marlene Hintzen, Ute und Thomas Kretschmer, Michael Gallach, rundweg auf positive Entdeckungen.
 
Schon die Anreise zeigte, dass sich das Land mit großen Tempo vorwärts bewegt: Medan, Hauptstadt der Provinz Nordsumatra hat einen neuen Flughafen, hochmodern und innerhalb von vier Jahren fertiggestellt. Das alte Klischee, dass in Entwicklungsländern nichts klappt und bei uns in Deutschland alles perfekt ist, dürfen wir getrost vergessen.
 
Die rund 300 Kilometer lange Fahrt ins Kernland des Batakvolks am Toba-See dauerte trotzdem rund sechs Stunden, was aber auch daran liegt, dass der Verkehr deutlich zugenommen hat und ständig Straßenbaukolonnen die Spuren erweitern.
 
Vom ersten Willkommensgruß an spüren wir, dass die Partner der evangelischen Kirche im Rheinland und der Toba-Batak-Kirche (HKBP) in nunmehr dreiunddreißig Jahren fest zusammengewachsen sind. Jeder Gemeinde ist die Partnerschaft bekannt, so dass die Freude groß ist, wenn wir zu Besuch kommen. Wir haben von Anfang an das Gefühl, bei Freunden zu sein, denen die Gemeinschaft wichtig ist. Die Pfarrer James Situmorang und Haposan Sianturi, sowie der junge Gemeindelehrer Rolambok Hutasoit, die die unseren Kirchenkreis 2013 besuchten, haben sehr viel für die Verbreitung der Partnerschaftsidee getan.
 
So ist das Trinkwasserprojekt in dem abgelegen Dorf Sitinjak ein gutes Beispiel, was die Partnerschaft bringen kann. Durch Zuschüsse aus Krefeld-Viersen konnte ein Tiefbrunnen gebohrt werden, so dass nun vierzig Haushalte frisches Trinkwasser bekommen, die vorher in keimbelasteten Bassins Regenwasser sammeln mussten. Die Dorfbewohner zahlen für den Anschluss und den Verbrauch nach Wasseruhr einen kleinen Betrag, so dass die Wartung der Anlage gesichert ist.
 
Auch für die Bewohner der Dörfer Pandumaan und Sipituhuta wurde die Partnerschaft zum Segen. Weil die Böden ringsum für den Ackerbau schlecht geeignet sind, hatten sich die Bauern auf das Sammeln von Weihrauch in den Wäldern spezialisiert. Als ein Papierkonzern diese Waldstücke rodete, war ihre Lebensgrundlage zerstört. Die Verzweiflung und Wut entlud sich in Protesten, die bis in die indonesischen Hauptnachrichten gelangten. Unser Partnerschafts-komitee konnte mit rascher Unterstützung eine neue Perspektive bieten: Der Ankauf von Küken für die Hühnerzucht und die Garantie des Schulgeldes für die Jugendlichen der beiden Dörfer hat den Bewohnern das Gefühl gegeben, nicht aussichtslos verloren zu sein. Wir bemühen uns mit den Partnern vor Ort, neue Wege für den Lebensunterhalt zu finden.

Das Bewusstsein für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlage ist inzwischen in ganz Indonesien aufgewacht. Die Folgen der Abholzung der Regenwälder zur Holz-gewinnung und zur Anlage von Palmölplantagen sind nicht zu übersehen – allerdings werden auch die Bemühungen um einen nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung intensiver. Ein großes aktuelles Problem ist der Plastikabfall. Noch vor etwas mehr als einer Generation kannten die Batak nur Materialen, die im Tropenklima rasch verrotteten. Nun suchen sie Wege, Plastikabfälle zu vermeiden oder wiederzuverwerten.
 
Ebenso ist der Einsatz von chemischem Dünger und Pestiziden überall zum Problem geworden, so dass organischer Landbau auf großes Interesse stößt. Wir konnten da leider wenig gute Ratschläge geben - ist doch die Landwirtschaft in Deutschland auf dem schlechten Wege zu einem Industriezweig, der mit bäuerlicher Bewirtschaftung immer weniger zu tun hat.
 
Ganz stark ist in Humbang das Bedürfnis nach guter Schulbildung für die Kinder. Alle Eltern wünschen sich, dass ihr Kind einen guten Abschluss macht, der zu einem einträglichen Beruf führt - selbst wenn sie dafür in Kauf nehmen müssen, dass die Söhne oder Töchter dafür eines Tages in der Großstadt arbeiten und leben werden.
 
Die Region öffnet sich der Zukunft. Tourismus-Konzepte, Anstrengungen zur Zähmung der Landverbrauchs, Straßen und Regionalflughäfen sind Anzeichen für eine planvolle Gestaltung der Entwicklung.
 
In der dritten Woche unseres Besuchs trafen sich Abgeordnete aus allen Partnerschaften der evangelischen Kirche im Rheinland und von Westfalen mit ihrem Gegenüber aus der HKBP zu einer Tagung, auf der gemeinsame Fragen der Partnerschaft besprochen wurden. Ein schöne Begegnung wie ein großes Klassentreffen, denn viele Partner sind schon lange auf einem gemeinsamen Weg.                                                                                   

Pfarrer Michael Gallach
August 2015

Empfang
wertvolles Nass
mit Gemeindezentrum
Liebe Humbang-Freunde,

gestern Nachmittag sind wir alle vier wieder von unserer Humbang-Reise zurückgekehrt.
Müde (KLM hat uns den Genuss der Heimkehr etwas verlängert), aber froh und voller guter Eindrücke.

Anbei ein weiter kleiner Teil des Reiseberichts.
Fortsetzung folgt.

Mit einem dankbaren Horas!
Michael Gallach
22.7.2015


Liebe Humbang-Freunde,

das Trinkwasser läuft - ein voller Erfolg für Pfarrer James Situmorang und das Partnerschaftskomitee in Humbang.

83 Meter tief musste ein Brunnenbauer aus Siantar bohren, um auf sauberes Trinkwasser zu stoßen. Jetzt wird das Wasser durch eine Rohrpumpe in einen Wasserbehälter gefördert, der Haushalte in Sitinjak versorgt.

Die Bewohner zahlen wie bei uns einen Betrag für die Anschlusskosten und bekommen dafür ein Rohr mit Wasseruhr bis ans Haus gelegt. Danach zahlen sie nach dem Verbrauch, den die Wasseruhr angibt. Vorher musste das Wasser in jedem Haushalt in großen Bassins gesammelt werden, das in der langen Trockenzeit stetig leerer aber auch unsauberer wurde.

In einem feierlichen Akt haben wir am vergangenen Sonntag Gedenktafeln enthüllt, einen Baum gepflanzt und dann in einem Gottesdienst  für das Geschenk gedankt. Die Bewohner in Sitinjak waren sehr glücklich. Wir haben unzählige Hände geschüttelt.

Ein feucht-fröhliches "Horas!" aus Humbang, 

Michael Gallach
07.07.2015


Liebe Humbang-Freunde,

unser Gastgeber Jonson Hutahaean ist ein glücklicher Mann, darf er doch den ganzen Tag dort verbringen, wo Männer glücklich sind: Im Baumarkt!

Jonson ist stolzer Besitzer von zwei Baumärkten, in denen man jede Schraube einzeln kaufen kann, aber auch sonst viele nützliche Gegenstände findet. Wer errät, wozu die seltsame Maschine dient, die wie eine kleine Sendestation aussieht, kann eine Kokosnuss gewinnen (der Rechtsweg ist ausgeschlossen).

Geht nicht gibt's nicht - auch in Humbang.

Mit einem beglückten Horas!
Michael Gallach
07.07.2015


Besuchsreise nach Humbang
 
Horas! ist der Gruß des Batakvolks. Den wird eine kleine Besuchergruppe aus dem Kirchenkreis im Sommer wieder hören. Auf der Insel Samosir im Toba-See auf Nordsumatra findet dann wieder ein Treffen von Abgeordneten aus allen Partnerschaften zwischen Kirchenkreisen der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) und der Huria Kristen Batak Protestan (HKBP) statt.
 
Es gibt viel zu besprechen: Indonesien steht auf der Schwelle zu einer umwälzenden Veränderung. Aus einem so genannten Entwicklungsland wird ein wirtschaftlich erstarkender Produzent von Gütern, die die ganze Welt braucht. Palmöl zum Beispiel ist so ein Produkt. Das steckt in fast jedem Duschgel vielen Körperpflegemitteln, aber auch in Brotaufstrichen. Es kann sogar zu Kraftstoff verarbeitet werden. Der Preis für den Exportschlager ist allerdings hoch: Über neunzig Prozent des Regenwaldes mussten bereits den Plantagen weichen. Die Kosten für die Landbevölkerung kann man kaum ausrechnen: Viele Dörfer verlieren ihr Land und ihre Lebensgrundlage.
 
Wie können Kirchen den Betroffenen helfen? Wie können wir ein Bewusstsein für die Bewahrung der Schöpfung entwickeln? Von europäischer Seite gibt es viele Warnungen vor den Folgen – aber machen wir es bei uns besser?

Natürlich wird auch das näher rückende Reformationsjubiläum ein Thema sein. Welche Thesen würde Luther heute an die Kirchentüre nageln? Oder würde er twittern und auf Facebook schreiben?

Das Treffen der Partnerschaftsbeauftragten ist natürlich auch ein willkommener Anlass, den Kirchenkreis zu besuchen. Jedes Mal staunen wir über den gewaltigen Sprung nach vorn, der im Partnerkirchenkreis Humbang zu beobachten ist. Eine junge, dynamische Gesellschaft sucht ihren Weg. Und eine selbstbewusste, mutige Kirche behauptet sich im größten islamischen Land der Erde.
 
Na denn: Horas!

Pfarrer Michael Gallach




Besuch aus der Partnerkirche 

Besuche sind das Herz einer Partnerschaft. Zwar machen es E-Mails und Facebook inzwischen leichter, Grüße, Nachrichten und Anliegen auszutauschen. Aber was sind schon ein Brief oder Bilder im Vergleich zu einer echten Begegnung? 

Im Juni haben wir wieder das große Glück, Besucher aus der Partnerkirche HKBP auf Sumatra / Indonesien begrüßen zu dürfen. Diesmal wird es sogar eine doppelte Freude: Anfang Juni wird die Partnerschafts-Sekretärin, Pfarrerin Mery Simarmarta eine Vorstellungsreise durch alle rheinischen Kirchenkreise machen, die eine Partnerschaft zu einem HKBP-Kirchenkreis haben. 
Humbang
So wird sie am Pfingstmontag, den 09. Juni, um 10.00 Uhr in unserer Thomaskirche den Gottesdienst mitgestalten. Das passt ja gut, wo doch das Pfingstfest daran erinnert, wie durch Gottes Geist Menschen aus vielen Ländern die Predigt von Christus in ihrer Sprache hören konnten.

Ende Juni bekommen wir dann Besuch von der Kirchenleitung der HKBP: Ephorus Willem Sirmarmarta (Foto) wird am 29. Juni im Gottesdienst um 10.00 Uhr in der Thomaskirche predigen. Das ist für unseren Kirchenkreis Krefeld-Viersen, der seit über dreißig Jahren die älteste Partnerschaft mit einem HKBP-Kirchenkreis unterhält, schon eine besondere Ehre.

Das Amt des Ephorus entspricht unserem Präses in der rheinischen Kirche. Ephorus Sirmarmarta wird dann anschließend an der Vollversammlung der Vereinten evangelischen Mission (VeM) teilnehmen, zu der Vertreter aus allen Schwesterkirchen unserer Evangelischen Kirche im Rheinland zusammen kommen.

Übrigens bedeutet die Namensgleichheit mit der Partnerschafts-Sekretärin nicht, dass die beiden direkt miteinander verwandt sind - wer bei uns in Kempen Schmitz heißt, wird das verstehen.


Kanister
ohne Namen
Einfaches Gerät
Trinkwasser für Sintinjak 

In Deutschland machen wir uns kaum Gedanken über das Trinkwasser. Es kommt verlässlich aus dem Wasserhahn – frisch und gesundheitlich unbedenklich. Im Durchschnitt verbrauchen wir 121 Liter zum Trinken, zur Körperpflege, zum Kochen, Trinken, Wäschewaschen oder auch für das Putzen – am Tag! 

Unvorstellbar, diese Menge von einer Wasserstelle herbeitragen zu müssen. Bei einer vierköpfigen Familie kämen rund 50 Putzeimer zusammen. Für Indonesier, die auf dem Dorf wohnen, ist die Besorgung von frischem Trinkwasser mühseliger Alltag. 

Wasser ist dort wohl in Fülle vorhanden – in Flüssen, Teichen und Seen. Aber wegen fehlender Kläranlagen und tropischer Temperaturen ist es eben kein keimfreies Trinkwasser. So ist unsauberes Wasser der Hauptgrund für Krankheiten. Schwangere Frauen, Säuglinge und alte Menschen sind besonders anfällig dafür. 

Im Partnerkirchenkreis Humbang, im Norden der indonesischen Insel Sumatra, gibt es noch Dörfer, die keinen Trinkwasserbrunnen haben. Weil der Boden sehr sandig ist, stößt man erst in großer Tiefe auf wasserführende Schichten. 


Pfarrer James Situmorang engagiert sich für seine Kirchengemeinde Sintinjak, damit die Familien dort Anschluss an einen Brunnen bekommen. Er opfert sogar einen Teil seines schmalen Einkommens dafür, aber das Geld reicht vorne und hinten nicht. Brunnenbauer aus der weit entfernten Stadt Pematang Siantar müssen bis über 80 Meter tief bohren. Dann sollen Pumpen das Wasser in einen Wasserturm fördern, von dem aus Wasserstellen im Umkreis von 2 Kilometern versorgt werden. Wenn das Projekt gelingt, brauchen die Dorfbewohner/innen von Sintinjak endlich nicht mehr zum Fluss zu laufen, um dann einen Kilometer weit Kanister heranzuschleppen. Sie können nach einem fest eingeteilten Zeitplan sauberes Trinkwasser zapfen.

Das Partnerschaftskomitee des Kirchenkreises Krefeld- Viersen unterstützt die Eigenleistung der Kirchengemeinde Sintinjak zum Brunnenbau. Durch persönliche Kontakte werden wir über den aktuellen Stand der Arbeiten informiert.

Möchten Sie uns bei der Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen?
Interessieren Sie sich für die Partnerschaftsarbeit?
Dann wenden Sie sich an:

Pfarrer Michael Gallach
Tel.: 02125 - 89 09 62



Besuch aus dem Partnerkirchenkreis 

Besuche sind das Herz der Partnerschaft - wir durften wieder einmal erleben, wie es schlägt. 

Im Juni besuchten vier Delegierte des Partnerschaftskomitees aus Humbang unseren Kirchenkreis: Superintendent Tulus Purba, die Pfarrer Haposan Sianturi und James Situmorang und der Lehrer Rolambok Hutasoit. Die Gäste kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus: Am liebsten hätten sie ganz viele Einrichtungen und Ideen sofort in ihre Heimat mitgenommen: ...einen Bauernhof, wo ein einziger Bauer mit wenigen Helfern 5.000 Schweine mästet… eine Fabrik, die selbst den Abfall in neue Energie umwandelt… 
Pollmann in Humbang
Deutschland, scheint es, ist das Land, in dem alles möglich ist, wo es allen Menschen gut geht und alles zu kaufen gibt. Aus dem Blickwinkel der Bewohner in Humbang im Hochland Nordsumatras, ein durchaus nachvollziehbarer Eindruck. Allerdings konnten die indonesischen Freunde auch nach und nach erfahren, dass der Wohlstand Grundlagen braucht: gute Schulbildung, harte und hoch effektive Arbeit, hohe Bereitschaft, sich an wirtschaftliche Erfordernisse anzupassen.

Und natürlich haben die Besucher auch bald die Folgen des Wohlstands beobachten können: Deutsche schauen immer auf die Uhr, weil Zeit kostbar ist; Geld spielt in fast allen Bereichen eine wichtige Rolle; die Familien sind viel kleiner, und die Generationen wohnen kaum noch zusammen; die Bindung an die Kirche wird schwächer.

Besonders beeindruckend war der Blick in eines der größten Löcher der Welt, im Braunkohletagebau bei Elsdorf und die Erkenntnis, dass so tiefe Eingriffe in die Natur für lange Zeit unabsehbare Folgen haben.

In allen Gemeinden sind die Gäste aus Humbang herzlich aufgenommen worden und haben hören und sehen können, wie vielfältig und aktiv unser kirchliches Leben ist. Besonders stolz waren die Gäste, dass sie bei uns in Kempen an der Ordination von Vikarin Dr. Ines Pollmann beteiligt wurden: Segen teilen ist gelebte Ökumene.

Für die Zukunft haben wir Pläne geschmiedet - nicht hochfliegend, dafür realistisch und überschaubar: Die Lage der Behinderten in Humbang zu verbessern und ihnen die Teilnahme am kirchlichen Leben zu ermöglichen; ein Dorf, das noch keinen Brunnen hat, mit frischen Trinkwasser zu versorgen. Kleine Schritte zu einer besseren Lebensqualität. Aber eines ist noch wichtiger: Die Partnerschaft ist weiter ans Herz gewachsen.

Michael Gallach



Arbeiter
Humbang
Kampf gegen die Abholzung des Regenwaldes 

Aus unserem Partnerkirchenkreis Humbang / Nordsumatra wurden im Februar 16 Weihrauchfarmer in Medan inhaftiert, weil sie sich in einer friedlichen Massenaktion für den Erhalt ihrer seit 300 Jahren angestammten Waldgebiete und gegen Landraub einsetzten. Nach zwei Wochen wurden die 16 Farmer vorläufig wieder freigelassen. Sie kehrten, begleitet von Anwälten einer Menschenrechtsorganisation und Polizei, in ihre Dörfer Pandumaan und Sipituhuta zurück. Ihnen drohen jedoch noch Prozesse. 

Was war geschehen? Seit 2009 wehren sich die Einwohner dieser beiden Dörfer gegen die Abholzung ihrer Regenwälder und ihrer Weihrauchbäume durch die Papierfabrik Toba Pulp Lestari am Tobasee. 

Es geht um ein Areal von etwa 5.000 ha, das abgeholzt und durch Monokulturen (Eukalyptus) für die Papierindustrie wieder aufgeforstet werden soll. Einen Teil dieses Gebietes konnten die Einwohner noch erhalten. Vor Ort wird zum Boykott des von Toba Pulp Lestari hergestellten Papiers aufgerufen! 
Die zunehmende Abholzung von Regenwäldern wurde möglich durch geänderte gesetzliche Regelungen seit 2004. So etwa ein Erlass zur Landnahme, der Enteignung und Vertreibung vereinfacht. Hier hilft die Vereinte Evangelische Mission (VEM). Sie klärt die Bauern Über Schutz und Aufforstung von Wäldern auf und bietet rechtliche Beratung.

Der Papierfabrik fallen weiterhin Hektar um Hektar um Opfer. Es gilt, sich weiter für den Schutz des Waldes einzusetzen.

Im Juni bekommen wir Besuch aus Humbang: Der Präses (Superintendent) des Kirchenkreises, zwei Pfarrer und ein Englischlehrer werden vom 06. bis 25. Juni unsere Gäste sein. Durch diese regelmäßigen Besuche bleibt die Partnerschaft lebendig. In der Zwischenzeit müssen E-Mails und Facebook genügen. Wir freuen uns sehr auf unsere Partner.

Bettina Furchheim



Humbang auf dem Sprung

“Die Bataks verstehen es zu feiern!” hört man immer wieder von den fröhlich lachenden Frauen und Männern. Das stimmt. Rund 15.000 Besucher teils von sehr weit her angereist, um das 150-jährige Jubiläum ihrer Kirche feierlich in Sipoholon auf Nordsumatra zu begehen. 

Am 7. Oktober 1861 beschlossen Pfarrer der rheinischen Mission, die HKBP zu gründen, die “Huria Kristen Batak Protestan”. Heute ist sie die größte protestantische Kirche in Asien und längst selbstständiger Partner innerhalb der Vereinigten evangelischen Mission. Ihre Heimat liegt rund um den malerischen Toba-See - ein geschlossen christliches Gebiet mitten im größten islamischen Land der Welt. 
Gallach in Humbang
Zur Delegation des Partnerschaftskomitees Krefeld-Viersen - Humbang gehören Bettina Furchheim, Pressesprecherin des Kirchenkreises, Ingeborg Horstmann-Rabba, stellvertretende Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, Eva-Maria Nolte, Enkelin des ersten Missionars in Doloksanggul, Pfarrer i. R. Falk Neefken und ich. Rund zwei Wochen lang besuchen wir Gemeinden und Einrichtungen im Partnerkirchenkreis, mit dem wir nun seit fast 30 Jahren verbunden sind. Bei Besuchen spürt man das Herz der Partnerschaft schlagen. Kein Brief, keine E-Mail, kein Telefonat kann die überwältigende Gastfreundschaft ersetzen.

Diesmal haben wir gleich mehrfach Grund zum Staunen. Die ehemals sehr abgelegene Region ist auf dem Sprung in die moderne Zeit. Seitdem der Regierungsbezirk mehr Freiheiten hat, über die wirtschaftliche Entwicklung zu entscheiden, werden Straßen gebaut, landwirtschaftliche Produkte gezielter vermarktet, Schulen verbessert. Der “Bupati” (Landrat), der uns in seinen Amtssitz einlädt, fühlt sich für die Bevölkerung persönlich verantwortlich. Dafür ist er 2010 auch demokratisch für die nächsten fünf Jahre wiedergewählt worden.

In der Hauptstadt Doloksanggul hat fast jeder Jugendliche ein Handy. Diesmal werden wir von allen fotografiert. Weitab auf dem Dorf freilich bekommen die Schulkinder zum ersten Mal Europäer zu Gesicht. Die Bataks sind freundliche, aufgeschlossene Leute. Sie sind glücklich, wenn sie hören, dass es im fernen Deutschland Partner gibt, die an sie denken, für sie beten und Projekte zur Armutsbekämpfung unterstützen. Wir sind von der Bodenständigkeit der Pläne überzeugt.

Höhepunkte der Reise sind wieder die Gottesdienste. Alle vorhandenen Chöre singen, unzählige Hände wollen geschüttelt werden, wir werden zur Predigt eingeladen, die vom Englischen in die Bataksprache übersetzt wird. An einem Sonntag darf ich elf Kinder taufen, deren Eltern mächtig stolz sind. Zwei Jungen erhalten sogar meinen Namen. Jetzt gibt es drei Michael Gallachs auf der Welt. Als besonderer Freundschaftsbeweis wird jedem ein Ulos geschenkt, das traditionelle Ehrentuch der Bataks. Ein kurzer, feierlicher Moment, dann wird es wieder fröhlich mit einem lauten “Horas!” Der Gruß heißt so viel wie Schalom in der Bibel: Frieden, Gemeinschaft, Segen.

Michael Gallach



zuletzt aktualisiert: 23.08.2017
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