Thomas von Kempen - Thomaskirche Kempen

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Thomas von Kempen

Gemeinde leben

Thomas a Kempis

Wer sich bemüht, das Andenken an Thomas von Kempen zu fördern, stößt auf einen Widerspruch: Der bekannteste Kempener ist gleichzeitig auch der unbekannteste, denn über seine Person sind eigentlich nur biografische Eckdaten bekannt. 

Als Thomas Hemerken wurde er um 1380 im Schatten der Propsteikirche St. Mariae Geburt geboren. Das Geburtshaus existiert nicht mehr, jedoch gibt es unter einem Wohnhaus am Kirchplatz einen tiefen Brunnen, aus dem vermutlich auch Thomas geschöpft hat. Sein Familienname Hemerken (niederrheinisch für „Kleiner Hammer“) lässt darauf schließen, dass sein Vater Schmied war. Thomas besuchte in Kempen die Lateinschule, zog dann aber noch sehr jung, mit ungefähr dreizehn Jahren, nach Deventer zu seinem älteren Bruder Johannes, einem Mitglied der „Devotio Moderna“.

Diese Gemeinschaft der „neuen Frömmigkeit“ war im 14. Jahrhundert unter dem Eindruck einer Kirche entstanden, die in politische Einflussnahmen und abstoßende Prachtentfaltung verstrickt war. Gerade junge Leute suchten in dieser Zeit nach einem glaubwürdigen Lebensstil und einem an Christus orientierten Glauben. 1399 trat Thomas von Kempen in das Kloster Agnetenberg bei Zwolle in den Niederlanden ein und lebte 72 Jahre das abgeschiedene Leben eines Mönchs. 

Am 25. Juli 1471 starb er im Alter von über neunzig Jahren in Zwolle.

Aber was für ein Mensch war Thomas von Kempen? Seiner Frömmigkeit entsprechend hat er zeitlebens wenig Aufheben von seiner Persönlichkeit gemacht. Die Sehnsucht nach Stille und Abgeschiedenheit spiegelt sein berühmter Satz wider: 

„In allem habe ich Ruhe gesucht und nicht gefunden, außer in einem Winkel mit einem Buch (in een hoeksken met een boeksken).“

Dennoch oder gerade deswegen hat Thomas sehr nachhaltig und tief gewirkt. Seine Schrift „Von der Nachfolge Christi“ ist eine Anleitung zum geistigen Leben, ein Erbauungsbuch, das die Frömmigkeit des späten Mittelalters stark beeinflusste - zum Beispiel auch Martin Luther, der wie Thomas Augustiner-Mönch war. Auch nach der Reformation war Thomas für Katholiken und Protestanten eine Stimme mit Einfluss.

Wenn auch viele seiner Gedanken nur aus der Welt des klösterlichen Lebens heraus nachvollziehbar sind, leuchten bis heute aus seinen Schriften immer wieder Sätze auf, die uns ansprechen – wahrscheinlich weil unsere heutige, unruhige und oberflächliche Zeit in mancher Hinsicht der des Thomas gleicht.

Michael Gallach

zuletzt aktualisiert: 11.12.2017
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